Scheiße! – Vielleicht liest es ja wirklich mal jemand

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Bier auf – Zischhhh! Vielleicht muss es mal raus…

Es muss 2004 gewesen sein, als ich mich dann wirklich mal mit dem Aufbau von Internetseiten auseinander gesetzt hatte. Ich hörte von Blogs, war aber nicht in der Lage eins zu installieren und brauchte Wochen um einen Podcast zu hosten. Es war die Zeit, in der Blogs und Podcast wuchsen und diese sehr unabhängig agierten. Niemand wusste, wo es einmal hinführen würde und ich mochte das. Blogs fingen an sich zu vernetzen, nach den beliebten Trackbacks wurde sogar eine Radiosendung benannt. Johnny Haeusler, dem heute das richtige Schreiben immer noch  wichtig ist, und das Küchenradio wurden in Ihrer Nische bekannt und  populär. Es herrschte Aufbruchstimmung und Revolution. Unabhängiger Journalismus, so unabhängig dass man nicht mal Geld damit verdiente und chaotische-Radio-Experimente. Es waren die 70er der Blogs und unser Aufstand galt nicht dem Krieg in Vietnam, sondern der Zensurdebatte. Der Typ mit dem roten Iro, von dem man erwartet, dass er einen nach einer Mark fragt. Tatsächlich polarisierender Blogger für eine Riesenmaschine war, bevor sich diese im 2012 an einem Ticker verschluckte.

Heute? Vernetzung findet nur noch zwischen “alten Freunden” statt. Niemand ist mehr wirklich neugierig auf neue Blogs oder Podcasts. Mit dem, was vom Spirit übrig geblieben ist, erheben sich Mediengiganten, die mittlerweile auch kapiert haben, dass das Netz nicht mehr weg geht. Am Ende Tages machen diese oft guten Content. Böhmermann und Schulz, die Ihr Geld damit verdienen, geiles Zeug zu machen  und damit den alten Podcast-Hasen sanft und sorgfältig den Mittelfinger zeigen. Währenddessen bloggen einige groß-gewordene  Blogs vor sich hin und machen großartigen Content, fördern aber den die verkümmerten Anfänger nicht mehr. Zum einen, weil es eh egal ist, zum anderen weil man genug mit sich zu tun hat, jetzt wo das Studium rum ist und die Zeit nicht mehr flexibel oder sagen wir “relativ” ist.

Wer bekannt werden will muss nun etwas abgedrehtes machen, was die Menschen noch nicht kennen, oder ordentlich Geld in die Hand nehmen. So ein Jammerlappen-Text wie dieser hier,  wird ohne fettes Onlinemarketing nicht hoch gespült. Durch wen auch? Ein Blogverzeichnis oder Bewertungsportal für Blogs gibt es sicher, aber auch das kennt von 10 Leuten die mir am Tag begegnen niemand.

Es hat einen Vorteil, wenn man wie ich, dass hier nur als therapeutisches Mittel nutzt um “mal was gesagt zu haben”, und – Scheiße! – vielleicht liesst es ja wirklich mal jemand in einer Zeit die nur noch das scannen von Überschriften kennt und auf das nächste Katzenvideo wartet.

Mut machen mir beispielsweise kotzende Einhörner, die zumindest das Netz nicht auch noch popkulturell vor die Hunde gehen lassen und natürlich unser kleines Projekt, dass mit seinem Podcast in 4 Tagen 60 Downloads bringt – Wahnsinn. Wer bekommt schon einmal von 60 Menschen Aufmerksamkeit?

Jetzt wo ich mich besser fühle, gleich mal ein paar lustige Katzenvideos raussuchen und überlegen was ich sagen könnte, um Euch bei der Stange zu halten [Keine sexuelle Anspielung].

 

 

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